Mario Mariani im Zürich West vom 26. November 2015

Rubrik „Aus dem Gemeinderat“.

Quelle: lokalinfo.ch

Text von Mario Mariani, Gemeinderat CVP 9

Schulhaus Freilager kontra Familiengärten

Am Mittwoch letzter Woche hat sich der Gemeinderat intensiv mit der Schulraumplanung und dem Standort für ein zukünftiges Schulhaus im Kreis 9 befasst. Sicher sind Ihnen die grossen Neubauten auf dem Areal des ehemaligen Zollfreilagers aufgefallen. Auf diesem, einst verbotenen und über 70 000 Quadratmeter um fassenden Areal entstehen in nächster Zeit 800 Miet- und 200 Studentenwohnungen sowie Büro- und Gewerbeflächen mit einem Investitionsvolumen von fast einer halben Milliarde Franken. Haben Sie sich auch schon gefragt, wo all die Kinder dieser Siedlung dann in die Schule gehen werden?

Stadteigenes Grundstück

Als Folge dieser Überbauung und durch die intensive Wohnbautätigkeit im Kreis 9 steigt die Zahl der Schülerinnen und Schüler im Schulkreis Letzi deutlich an. Dadurch erhöht sich der Druck auf die bestehenden Schulanlagen Triemli/In der Ey, Untermoos, Utogrund und Kappeli. Um den Schulraumbedarf langfristig zu decken, hat der Stadtrat vorgesehen, im Gebiet Freilager auf einem stadteigenen Grundstück eine neue 18-Klassen-Schulanlage mit Kosten von rund 54,5 Millionen Franken zu erstellen. In der künftigen Primarschule Freilager sollen rund 330 Primarschülerinnen und -schüler und 20 Schülerinnen und Schüler der Heilpädagogischen Schule (HPS) unterrichtet sowie eine Doppelsporthalle und eine Schulschwimmanlage erstellt werden.
Die Schulanlage einschliesslich Aussenbereich soll im südwestlichen Teil eines bestehenden Familiengartenareals platziert werden, was die Aufhebung eines erheblichen Teils der Familiengärten erfordert. Eine entsprechende Kompensation des Freiraums innerhalb des Letziquartiers ist wohl auf dem durch die Stadt erworbenen Koch-Areal vorgesehen. Trotzdem habe ich mich gefragt, ob
die Standortfrage wirklich intensiv geklärt wurde oder ob der Stadtrat auch hier einfach den Weg des geringsten Widerstands gegangen ist.

Koch-Areal brächte Verzögerung

Wenn schon das Koch-Areal zur Verfügung steht, weshalb wurden nicht ernsthaft Alternativen geprüft? Für den Standort Bachwiesen spricht immerhin, dass die Kinder aus den neuen Wohnungen des ehemaligen Zollfreilagers auf dem Weg zur Schule keine Hauptstrasse überqueren müssen. Eine Ablehnung des Standorts und die zusätzlichen Abklärungen hätten zudem enorme Terminverzögerungen von zwei bis drei Jahren verursacht, weshalb sich die Mehrheit des Gemeinderats schliesslich für den Standort Bachwiesen und die Freigabe des  Projektierungskredits entschied.

Die CVP wird sich auf jeden Fall mit Entschiedenheit für die versprochene Kompensation der Familiengärten einsetzen.

Mario Mariani vertritt seit 2004 die CVP 9 im Gemeinderat. Der in Altstetten wohnhafte Politiker war über zehn Jahre Mitglied der Spezialkommission Hochbaudepartement und Stadtentwicklung und ist aktuell Mitglied der Besonderen Kommission Richtplan/Bau- und Zonenordnung sowie der Paritätischen Kommission Landrat Uri/Gemeinderat Zürich.

In der Rubrik «Aus dem Gemeinderat» schreiben Volksvertreter aus den Kreisen 7 und 8 wöchentlich einen Beitrag. Alle im Stadtparlament vertretenen Parteien bekommen hierzu regelmässig Gelegenheit.